Die Bedeutung der Farbqualität für Markeninhaber
Farbqualität für Markeninhaber
Wir haben Sonja Dearden, Print Production Manager bei Lindt Chocolate, zu einer Diskussion über Farbqualität für Markeninhaber eingeladen und diesen Frage-&-Antwort-Leitfaden entwickelt, um wertvolle Einblicke in die Bedeutung der Druckstandardisierung beim weltweiten Farbmanagement zu geben.
FRAGE: Warum benötigen wir eine Druckstandardisierung?
ANTWORT: Ein internationales Unternehmen kann weltweit viele unterschiedliche Designer, Prepress-Agenturen und Druckdienstleister haben, die an der Marke arbeiten. Wenn alle vom selben Ziel ausgehen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die visuelle Integrität der Marke gewahrt bleibt und der Drucker kostspielige Andruckkontrollen und Nachdrucke vermeidet.
FRAGE: Warum ist Farbkonstanz schwer zu erreichen?
ANTWORT: Bei mehreren Substraten, Druckprozessen, Lieferanten und Standorten kann es sehr schwierig sein, Farbkonstanz zu erreichen. Es kann eine große Bandbreite an Materialien geben, darunter Papier, Kunststoff und Wellpappe (einschließlich unterschiedlicher Kartonqualitäten).
FRAGE: Gibt es eine Methodik, die man einsetzen kann, um die Farbkonstanz zu verbessern?
ANTWORT: Einer der ersten Schritte zur Verbesserung der Farbkonstanz ist die Implementierung von G7. Im Rahmen der G7-Implementierung ist es wichtig, Druckziele und Erwartungen durch umfassende Dokumentation an Druckereien zu kommunizieren sowie Druckereien anzuweisen, sich an verifizierten Proofs zu orientieren, statt zu versuchen, eine Vielzahl von Verpackungen abzugleichen, die bei Dienstleistern weltweit gedruckt wurden. Ebenso entscheidend ist es, Druckversuche durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Fähigkeit besteht, den Proof zu treffen und dabei die G7-Standards einzuhalten.
FRAGE: Was ist Ihrer Meinung nach eine Schlüsselkomponente eines erfolgreichen Druckproduktions-Workflows?
ANTWORT: Kommunikation ist entscheidend. Wenn Marken die beabsichtigten Ergebnisse bereits zu Beginn des Designprozesses kommunizieren können, sind die Resultate konsistenter, es geht weniger Zeit verloren und es gibt weniger Frustration. Globale Druckstandards sollten den Dienstleistern vor der Zusammenarbeit zugesendet werden, und Designer sowie Prepress-Agenturen sollten im Farbmanagement geschult werden. Zusätzlich sollten PMS-Farbtoleranzen an die Dienstleister kommuniziert werden. Wichtig ist auch, dass die Kommunikation den Farbtonwinkel der Farben umfasst. Ein letzter Tipp: Die Andrucke sollten auf demselben Substrat und mit denselben Beschichtungen erstellt werden, die auch in der finalen Produktion verwendet werden.
FRAGE: Wie können Markeninhaber einen reibungslosen Prozess mit Druckdienstleistern sicherstellen?
ANTWORT: Es gibt eine Reihe von Faktoren, um einen reibungslosen Prozess mit Druckdienstleistern sicherzustellen, darunter: Bereitstellung der ICC-Profile für die Druckdienstleister, Aufbau einer guten Arbeitsbeziehung, um die vollständige Unterstützung der G7-Methodik sicherzustellen, Verwendung von Proofs für die Farbgenauigkeit, und schließlich … auch wenn Proofs Sie zu 90 % ans Ziel bringen können … sind Andrucke weiterhin wichtig. Sie ermöglichen es, das Substrat und die Beschichtungen zu sehen, und diese Faktoren beeinflussen die finale Farbwiedergabe.
FRAGE: Was ist mit dem internen Designteam und dem externen Prepress-Team?
ANTWORT: Sowohl das interne Designteam als auch das externe Prepress-Team zu schulen, ist ein wichtiger Schritt im Prozess der Druckstandardisierung. Der Informationsaustausch umfasst: ICC-Profile in Dokumente einzubetten, Farbbalken einzurichten und korrekt zu verwenden; ein Inhouse-Proofer erleichtert den Prozess erheblich.
FRAGE: Was ist mit Farbmesstechnik?
ANTWORT: Das SpectroDens Handheld Densitometer und Spectrophotometer ist ein wichtiges Werkzeug im Prozess. Es nimmt das Rätselraten heraus! Außerdem wird das Kreativteam im Umgang mit einem Handgerät geschult, um Proofs und Andrucke zu scannen. Und das Marketing versteht, dass eine Farbe selbst dann, wenn sie visuell möglicherweise nicht innerhalb der Spezifikation liegt, dennoch innerhalb einer festgelegten Toleranz liegen und akzeptabel sein kann – wovon auch der Drucker profitiert.




