Konsistente Farbmessung
Farbmessgeräte funktionieren, indem sie die Menge des bei unterschiedlichen Wellenlängen reflektierten Lichts messen. Die Messkonsistenz wird durch Faktoren wie Umgebungstemperatur, Kalibrierung, Papieropazität sowie das optische-/Sensordesign des Messgeräts beeinflusst. Das Verständnis dieser Faktoren kann dazu beitragen, eine zuverlässigere Druckfarbkontrolle durch Messung sicherzustellen.
Softwareeinstellungen sind ein weiterer praktischer Aspekt, um konsistente Ergebnisse zu erzielen. Spektralmessungen werden mathematisch in Farb- und Dichtewerte umgerechnet. Diese Umrechnungen hängen von den über die Software ausgewählten Einstellungen und Optionen ab. Es ist wichtig, die Softwareeinstellungen zu prüfen, die die Farbmessung und Umrechnung betreffen.
Einstellungen
Spektralphotometer verfügen über eine Reihe von Einstellungen, die sich alle auf die Ausgabe der Farbwerte auswirken. Damit Messungen übereinstimmen, müssen zunächst alle Einstellungen übereinstimmen.
| Einstellung | Typische Optionen | Kommentare |
| Normlichtart | D50, D65, A, F1 – F12 … | Die ISO-Normen für die grafische Industrie verlangen ein D50-Normlicht und den 2°-Beobachter, jedoch werden in der Verpackungsindustrie häufig verschiedene andere Kombinationen wie z. B. D65/10° spezifiziert. |
| Beobachter | 2° oder 10° | Die ISO-Normen für die grafische Industrie verlangen ein D50-Normlicht und den 2°-Beobachter, jedoch werden in der Verpackungsindustrie häufig verschiedene andere Kombinationen wie z. B. D65/10° spezifiziert. |
| Messbedingung | M0, M1, M2 oder M3 | Wenn das Substrat, das Sie messen, keine fluoreszierenden Aufheller enthält, spielt es keine allzu große Rolle, ob Sie M0, M1 oder M2 wählen. Wenn Sie jedoch auf Papier drucken und das Papier weiß ist, ist es wahrscheinlich, dass eine gewisse Fluoreszenz vorhanden ist, und die bevorzugte Messbedingung ist M2. |
| Farbabstandsformel | ΔEab, ΔECMC, ΔE94, ΔE00 … | Beim Vergleich mit ΔE haben Sie eine weitere Auswahl an Optionen. 1976 wurde die Formel ΔEab („Delta E a b“, auch bekannt als ΔE76) eingeführt. Diese Farbabstände stimmten jedoch nicht so gut mit unserer Wahrnehmung überein, wie man es sich erhoffen würde, daher wurden eine Reihe alternativer Formeln vorgeschlagen, darunter ΔECMC, ΔE94 und ΔE00 (auch bekannt als CIEDE2000). Die derzeit in Normungsgremien bevorzugte Wahl ist ΔE00, die offizielle Empfehlung ist jedoch noch relativ neu. |
| Dichtefilter | Status T, Status E, Status I … | Wenn Sie die Dichte messen, müssen Sie den Filtersatz für Dichtemessungen auswählen. Status T wird in den USA häufig verwendet, Status E in Europa. |
| Dichte-Referenz | Absolut oder papierrelativ | Eine weitere Option ist, ob die Messung relativ zum bedruckten Substrat oder relativ zu einem absoluten Weiß erfolgen soll. |
| Polarisation | Ein oder aus (ein ist M3) | Eine weitere Entscheidung bei der Dichtemessung ist, ob ein Polarisationsfilter verwendet werden soll oder nicht. Dies wird durch Auswahl der Bedingung M3 aktiviert. In Situationen, in denen es Unterschiede im Glanz gibt und Sie nicht möchten, dass die Farbmessungen durch Glanzänderungen beeinflusst werden, wird der M3-Modus verwendet. Polarisation ist beispielsweise nützlich, wenn Sie die Dichte von Farbe messen, bevor sie vollständig getrocknet ist. |
In den USA sind die gängigsten Einstellungen:
- Status T
- Keine Polarisation
- Kalibrierung auf absolutes Weiß
- D50/2°
- M0
- ∆E76 (∆Ecmc & ∆E00 kommen zunehmend zum Einsatz – fragen Sie unbedingt Ihren Kunden)

Einfluss von Normlichtart und Beobachterwinkel auf CIE-a*-b*-Werte

Drei Papiere, links unter ultraviolettem (UV-)Licht betrachtet und rechts ohne UV-Licht. Das Vorhandensein von FWA (fluoreszierenden Aufhellern) kann die Farbe drastisch verändern, wenn sie in Licht betrachtet wird, das einen UV-Anteil enthält. Ohne UV ist der Einfluss von FWA auf das Erscheinungsbild minimal.

Der Farbunterschied zwischen zwei Gelbtönen bei Verwendung unterschiedlicher Farbabstandsformeln
Umweltbedingungen
Spektralphotometer sind längst nicht mehr so empfindlich wie vor Jahren, aber sie sind nach wie vor Präzisionsinstrumente. Extreme Temperaturen und Stürze sind – selbstverständlich – nicht gut für sie. Aber selbst Temperaturen, die um zehn Grad außerhalb des normalen Betriebsbereichs liegen, können die Messwerte vorübergehend beeinflussen. Wo möglich, sollten Messungen in einem Bereich durchgeführt werden, in dem die Temperatur geregelt ist.
Staub oder andere Verunreinigungen sind keine Freunde Ihres Spektralphotometers. Eine verschmutzte Linse kann Messungen beeinflussen. Trockene Druckluft kann verwendet werden, um Staub von externem Glas zu entfernen, aber interner Staub oder Schlieren müssen von einem Servicetechniker behoben werden.
Kalibrierung und Zertifizierung
Es gibt einen kritischen – und oft unterschätzten – Bestandteil, der häufig mit einem Spektralphotometer einhergeht: die Kalibrierplatte. Diese Platte dient als Referenz, damit das Gerät weiß, was „Weiß“ ist. Wenn die Platte verschmutzt ist oder wenn die Platte eines anderen Geräts verwendet wird, entstehen Fehler. (Alle Spektralphotometer haben eine solche Platte. Bei manchen Geräten ist sie intern verbaut.)
Ist die Zertifizierung des Instruments abgelaufen? Obwohl Spektralphotometer sehr zuverlässige Instrumente sind, können sie driften oder auf nicht offensichtliche Weise beschädigt werden. Instrumente sollten gemäß den Herstellerspezifikationen regelmäßig rezertifiziert werden.
Unterlage
Im Bild unten wurde eine Seite aus einem Katalog auf eine weiße Unterlage (links) und auf eine schwarze Unterlage (rechts) gelegt. Das Unterlagenmaterial beeinflusst nicht nur die Farbe, sondern kann auch das Durchscheinen von der Rückseite verstärken oder verhindern. Das gilt für leichte Papiersorten und kann bei transluzenten oder transparenten Folien erheblich sein.

Um den Einfluss der Unterlage numerisch zu demonstrieren, wurden zwei Bereiche dieses Bogens mit weißer und mit schwarzer Unterlage gemessen. Die Dichteänderung durch Farbe auf der Rückseite ist bei weißer Unterlage etwa dreimal so groß, daher sollten Sie bei Druck auf der Rückseite über schwarzer Unterlage messen. ISO-Normen bevorzugen jedoch Messungen über weißer Unterlage. Unabhängig davon gilt: Damit Farbmessungen übereinstimmen, muss jedes Mal dasselbe Unterlagenmaterial verwendet werden.
| Weiße Unterlage | Schwarze Unterlage | |
| #1 | 0.132 D | 0.183 D |
| #2 | 0.203 D | 0.206 D |
| Einfluss der Farbe auf der Rückseite |
0.071 D | 0.023 D |

Für konsistente Farbmessungen achten Sie auf Messeinstellungen, Raumtemperatur, Staubfreiheit, Sauberkeit der Weißkachel, regelmäßigen Geräteservice und Zertifizierung sowie die Verwendung einer konsistenten Unterlage.
Weitere Artikel über Normlichtart und Beobachterwinkel, über Messbedingungen, über Farbabstandsformeln und über die Verwendung von Polarisationsfiltern zur Messung der Remission.



